Danse macabre de la Chaise-Dieu (Haute Loire) – 1460/70

Date: 2017-06-19 19:01

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Wie man sieht, besteht in der Bildung der Toten eine sehr merkwürdige Übereinstimmung zwischen den Totentänzen von Kermaria und La Chaise-Dien, deren Erklärung ganz naturgemäss mit einer Altersbestimmung beider Gemälde zusammen fällt. Das Alter des Totentanzes von La Chaise-Dieu ist bisher sehr verschieden geschätzt worden. Wackernagel versetzt ihn mitten ins 69. Jahrhundert, Jubinal, der in La Chaise-Dieu noch andere Malereien aus derselben Zeit studiert hat, auf Grund der dargestellten Trachten in die Mitte oder ans Ende des 65. Jahrhunderts. Ohne eine Vergleichung aller drei französischen Gemälde lässt sich aber eine sichere Entscheidung nicht fällen,

Les Fantomes D'Une Danse Macabre: L'Art

Siehe auch: Hans Holbeins Totentanz und seine Vorbilder – Einleitung , Über Inhalt und Ursprung der Totentänze , Die Französischen und Niederdeutschen Totentänze , Der Totentanz von Kermaria.

La Danse Macabre de la Chaise-Dieu dans son contexte

Angesichts der so sehr verschiedenen Malerei in Paris und La Chaise-Dieu kann man geeignete Anknüpfungspunkte in beiden Gemälden nur in Bezug auf den allgemeinen Inhalt und die Reihenfolge der Bilder finden. Darin stimmen sie aber so sehr überein, dass man mit Sicherheit annehmen kann, die Maler hätten mit gewissen Abänderungen, die bei keiner Wiederholung unseres Themas fehlen, nach derselben Textvorlage gearbeitet. Es erhebt sich dann nur noch die Frage, ob diese Vorlage der ursprüngliche an beiden Orten benutzte Schauspieltext oder der in Paris für das dortige Gemälde verfasste Text war, der dann durch Abschrift nach La Chaise-Dieu gelangte, wo ein eigener Gemäldetext nicht existierte. Ich entscheide mich für das erstere aus folgenden Gründen.

La danse macabre - ZVAB

Nichtsdestoweniger ist dieses jüngste der drei besprochenen, französischen Totentanzgemälde die treueste Kopie des Schauspiels, offenbar weil es seinen Ursprung nicht einem eigenmächtig „verbessernden 8775 Dichter und Gelehrten verdankte, wie es in Paris geschah, sondern einem schlichten Klostergeistlichen in der Provinz, der sich auf die kritiklose Wiedergabe des vielleicht auch innerhalb der Mauern seines Klosters aufgeführten Schauspiels beschränkte.

Ich glaube daraus schliessen zu dürfen, dass die Zehenzeichnung von einem ungeschickten Ausbesserer herrührt, während der erste Maler ausschliesslich die andere Fussform verwendete, die wir schon in Kermaria antrafen. Endlich verdient noch die bisher unbeachtete Thatsaehe angemerkt zu werden, dass der Tote des Ritters ein weiblicher ist.

Die Totengestalten von La Chaisc-Dieu zeichnen sich vor denen von Paris dadurch aus, dass ihre Körper vollkommen intakt sind. Die Schädel dagegen sind, soweit nicht eine spätere Hand sie verbesserte , recht unnatürlich, oft monströs und geradezu affenartig geraten, ein Beweis, dass der Maler, dem wirkliche Totenschädel offenbar unbekannt waren, doch der Tradition nachkam, seinen Toten einen grausigen Ausdruck zu verleihen. Wie ich schon hervorhob, sind nur bei fünf Toten die Küsse mit Zehen versehen und meist verzeichnet alle übrigen Toten haben Schnabelschuh ähnliche Füsse und zwar besonders ausgeprägt in der älteren Gruppe.

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Ein vollkommen neuer Zusatz in La Chaisc-Dieu ist die vor dem ersten Prediger angebrachte Gruppe: Adam und Eva, zw ischen ihnen an einem Pfahl sich aufringelnd die Schlange mit einem Totenkopf. Es ist klar, dass dieses Bild mit dem ursprünglichen dramatischen Totentanz nichts zu thun hatte, sondern wohl auf Anordnung der geistlichen Besteller der Malerei hinzukam, da ja die Beziehung des Sündenfalles zum Tode als „der Sünde Sold“ zum gewöhnlichen Inhalt der Predigten gehörte und schon in Miniaturen des 69. Jahrhunderts gefunden wird (Frimmel).

Auch die einleitenden und abschliessenden Sccncn fehlen in Da Chaise-Dieu nicht sie zeigen aber schon etwas grössere Abweichungen von den entsprechenden Pariser Bildern. Der erste Prediger, der den „Acteur“ von Paris vertritt, steht auf einer Kanzel, und zu seinen Füssen, aber von ihm abgewendet sitzt ein Mann in geistlichem Gewände, dessen sonstige Bedeutung schwer zu enträtseln ist, da Gesicht, Arme und Hände völlig verwischt und auch die Attribute nicht zu erkennen sind, nämlich ein auf seinem Schosse befindlicher rundlicher Gegenstand und ein stabförmiges Gebilde mit erweitertem Ende, das über seiner rechten Schulter in die Höhe ragt.

Auf diesem Wege lässt sich also nichts entscheiden. Hält man sich dagegen an die, wie mir scheint, überzeugenden Indizien für die im ganzen treue Wiedergabe des französischen Schauspiels in den Gemälden von Paris und La Chaise- Dieu, so ist nichts natürlicher, als die Abweichungen in Lübeck, soweit sie sich an den oberdeutschen Totentanz anlehnen, auch direkt von diesem abzuleiten, der doch schon Jahrzehnte vor der Entstehung des Lübecker Gemäldes (ca. 6968) in zahlreichen Abschriften und selbst Drucken verbreitet war (s. Abschnitt 9). Ich halte es daher für sicher, dass das Pariser Bild, obwohl es in manchen Einzelheiten vom Schauspiel abwich, gerade in der Wahl und Reihenfolge der Stände sich genauer als irgend ein deutscher Totentanz an dasselbe an schloss.

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